Freitag, 28. Mai 2010

Zum Problem der Leistungsmotivation

Ein Zauberwort in der gesamten pädagogischen Welt ist das der Motivation.
Wer als Lehrer von Motivation spricht, meint im weitesten Sinne immer die "Leistungsmotivation". Wie diese herzustellen ist und welche Tricks einem Lehrer dabei helfen können, lernt man vor allem in den vielen Seminaren des Vorbereitungsdienstes für das Lehramt, dem sogenannten Referendariat.

Hinsichtlich der Leistungsmotivation gibt es jedoch ein Problem. Denn eine "Leistungsmotivation" an sich gibt es im Grunde nur sehr selten. Und sie lässt sich vor allen Dingen schon gar nicht einfach "herstellen", wie es uns die Pädagogik gerne Glauben machen will.

Sinnvolles Lernen gedeiht in der Schule nicht von sich aus, sondern am ehesten in einer Art "Erledigungsmodus": Strukturiert und überschaubar werden die verschiedenen Schritte bzw. (Schul-) Arbeiten "abgearbeitet". Für den Schüler bedeutet dies, in einem überschaubaren Rahmen ganz bestimmte Schritte zu erledigen. Und am Ende hat man (und das gilt im Grunde für jeden Menschen) etwas geschafft – eben "erledigt". Im "Erledigungs-Modus" besteht die Leistung darin, überhaupt etwas geschafft, also erledigt zu haben.

Dem entgegen steht eine Haltung, die unbewusst viele Lehrer (und in eins damit auch viele Eltern) verkörpern: Sie neigen dazu, dem Schüler eine Art (Leistungs-) Motivation "abzuverlangen". Mehr noch, man fordert im Grunde eine Leistungsmotivation, die in sich grenzenlos ist.

In diesem System geht es nicht mehr darum, ob ein Schüler "gut" ist, sondern inwieweit er sich dem Programm einer "grenzenlosen Leistungsmotivation" unterwirft.
Das Motto eines solchen Systems lautet: Wenn es einem Schüler gelingt, sich grenzenlos zur Leistung zu motivieren, dann kann nichts schief gehen. Und umgekehrt: Geht es doch schief, nun, dann war der Schüler eben nicht bereit, sich "grenzenlos" zu motivieren.
Der "Recht-behalter" in einer solchen Situation ist in diesem Falle immer der Lehrer. Er hat nie etwas falsch gemacht.

Samstag, 1. Mai 2010

Einführung - worum es mir geht

Lehrer neigen dazu, ihr Engagement und ihr Können beweisen zu wollen. Unter dem Druck der Schule, der Elternschaft und auch der Schüler stehen sie oftmals zwischen den vielen Erwartungen und reagieren als Folge darauf mit dem immer wieder gerne gesehenen "besonderen Engagement".

Welcher Lehrer kennt nicht die langen und "intensiven" Gespräche mit Schülern oder Eltern, die langen Telefonate vom privaten Telefon aus, die großzügigen Klassenfahrten oder sogar Hausbesuche?

Der Lehrer scheint also von allen Seiten unter Druck zu stehen. Bei genauerem Hinsehen fällt uns aber auf, dass er auch jede Menge nicht genutzter Freiheiten hat.

Vielleicht fehlt ein stimmiges Bild für die eigene Profession.
Ein Bild, das nicht ein reines "Privatding" ist, keine Über- oder Unterforderung bedeutet, sondern die Basis für eine Arbeit bildet, der man mit Stolz nachgeht und die eine gesellschaftliche Anerkennung findet.

In Ermangelung eines solchen Bildes macht der Lehrer sich den größten Druck vielleicht selbst, weil er sich so den wildesten Forderungen und Erwartungen ausgeliefert fühlt.
Kein Wunder wenn er dabei sonderlich wird, zum Verwaltungsderwisch oder auch zum tragischen Opfer einer "bösen" Klasse.
Was kann man also tun?
Mein Blog möchte sich mit dieser Frage beschäftigen...